PRESSE

Hier finden Sie eine Auswahl an Presseberichten zur Malwerkstatt:

Ausdruck der eigenen Sinneswahrnehmung
 

Mitgliedern der Malwerkstatt beim künstlerischen Prozess über die Schulter geschaut – Farben anstatt Worte gewählt
Rheinpfalz 05/ 09

Heitere Ruhe, Insichgekehrtsein – das sind die ersten Eindrücke, die ein Besucher gewinnt, der den Künstlern der Malwerkstatt bei ihrer Arbeit zuschaut. Dass Kunst und geistige Behinderung kein Widerspruch sein müssen, erkennt man erst beim näheren Hinsehen, beim Dabeisein.

Wichtiger als jede theoretische Betrachtung sind die Menschen, die hinter diesen Bildern stehen. Menschen, die die auf diese Weise eine Möglichkeit gefunden haben, sich der Welt mitzuteilen, eindrucksvoller als Worte es können.   Roswitha Ullrich – Noack hat in einem Bilderzyklus ihre Sichtweise zum Thema Hund herausgearbeitet. In der Ausstellung “ Bilder für eure Hütten“ zeigte sie charakterisierende Darstellungen der Begriffe „Scharfer Hund“ und „Der schnelle Hund. Schnörkellos, treffend, ausdrucksstark. Zur Zeit ist der Hund als Symbol wohl eines ihrer Lieblingsmotive, aber auch „Landschaften und Blumenbilder habe ich schon gemalt“, sagte sie.
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Ausstellung in der Lebenshilfe – für Solche und Andere

„Verrückte Kunst“ – Malerei und Zeichnung
Stadtanzeiger Mai 05

Als besonderer Höhepunkt gelte die Ausstellung, da für dieses Projekt neben den „eigenen“ Künstlern auch Werke von Künstlern aus dem Ausland zu sehen sind; Einrichtungen wie das Atelier de Haagse School aus Den Haag konnten gewonnen werden. Rund 120 Arbeiten, Malerei und Zeichnungen, sind in der Alte Turnhalle und im Nebengebäude noch bis zum 30. Juni, jeweils mittwochs von 18: 30 Uhr bis 20: 30 oder an Samstagen und Sonntagen zwischen 14 und 18 Uhr zu sehen.

Malerei ist eine schwere Sache und fordert den Menschen mit Haut und Haaren – kann ein behinderter Mensch dies? – stellte Neubert die frage: Und seine Antwort lautet: Es gelte, die Kunst zu betrachten, die ein Mensch gemacht hat, nicht ein Behinderte.
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“ Die Bilder entstehen aus einer Beziehung“

Arbeiten aus der Malwerkstatt der Dürkheimer Lebenshilfe im Wahlkreisbüro von Birgit Roth in Bad Dürkheim

Rheinpfalz 28. November 2000

„Mit Bilderausstellungen von Behinderten ist das so eine Sache“, sagte Wolfgang Sautermeister am Sonntag zur Eröffnung der vierten Schau von Werken aus der Malwerkstatt der Lebenshilfe. Die Tatsache der Behinderung bestimme Einstellung und Blick der Betrachter und berge die Gefahr, das damit zu schnell alles klar sei. Umso eindringlicher warb der Mannheimer Künstler, er seit rund 3 Jahren mit der Lebenshilfe – Gruppe arbeitet für ein Sich- Einlassen auf das Fremde, für eine Haltung des Zuhörens und Zusehens. Diese Bereitschaft zur Auseinandersetzung gehöre zum Wesen der Kunst.

„Bilder entstehen aus einer Beziehung, einer Freude, einer Angst“, so seine Erfahrung. Die einzelnen unter dem Titel „Neue Sichtweise“ ausgestellten Werke gäben Einblick in das jedem eigene geheime Geflecht von Beziehungen zu Menschen, Dingen oder Natur. Wenn dabei Rätsel bleiben, betrachtet er das als Stärke.
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Etablierte Aussenseiter

Erfolg auch ohne Betroffenheitsbonus: “ Lebenshilfe Bad Dürkheim zeigt Arbeiten geistig behinderter Künstler aus fünf Ländern
Rheinpfalz  10. 11. 2007

Sie ist schon lange kein Paria des Kunstmarkts mehr: die “ Outsiderart “ die Kunst geistiger Behinderter aber auch anderer gesellschaftlicher “ Aussenseiter“. Sechsstellige Summen werden heute für die Schwergewichte der Szene hinrbeilegt, die Kunst der Unangepassten ist längst im Kunstbetrieb angekommen, wird in Museen gezeigt, auf Messen gehandelt. Warum das so ist, zeigt jetzt auch eine internationale Ausstellung in der “ Lebenshilfe“ in Bad Dürkheim, die sowohl durch künstlerische Qualität als auch Vielfalt besticht.

Auf den ersten Blick verrät wenig, dass es sich bei den rund 80 Gemälden und Grafiken von 14 verschiedenen Künstlerinnen und Künstler aus den Niederlanden, Italien Österreich, der Schweiz und Deutschland um Werke geistig behinderter handelt.

Manches, was da von morgen an in der “ Alten Turnhalle“ der „Lebenshilfe“ zu sehen ist, erinnert zwar an Arbeiten, die man aus der Heidelberger Prinzhorn – Sammlung kennt, die linierten Briefe des Hamburgers Harald Stoffers zum Beispiel. Das ein oder andere würde aber wohl auch problemlos als Daniel Richter oder Jonathan Meese durchgehen. Es ist gute, professionelle Kunst, die ohne jeden Betroffenheitsbonus bestehen kann.
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So spielen die professionellen Kunstvermittler bei „Outsider- Art“ sogar eine noch größere Rolle als im allgemeinen Kunstbetrieb. Auch die Bad Dürkheimer Ausstellung beeindruckt hier zunächst einmal durch die klangvollen Institutionen, die Kunstwerke geschickt haben: Auf „Outsider- Art“ spezialisierte Galerien wie Herenplaats aus Rotterdam sind darunter, berühmte, aus psychiatrischen Anstalten oder anderen Betreuungseinrichtungen hervorgegangene Zentren wie  das Art – Brut – Center in Gugging bei Wien oder “ La Tinaia“ aus Florenz, oder auch freie Künstlergruppen wie die “ Schlumper“ aus Hamburg oder das Sonnenuhr – Atelier in Berlin. Als dies sind Institutionen, die als zum Teil schon seit über 30 Jahren etablierte Foren der “ Outsider – Art für einen hohen Qualitätsanspruch für einen hohen Qualitätsanspruch stehen, und der spiegelt sich dann auch in der Bad Dürkheimer Schau wieder.

Die wohl interessantesten Bilder kommen dabei aus Rotterdam und Berlin. Die Holländerin Belinda Tijissen zum Beispiel, die in der Nähe des Rotterdammer Hauptbahnhofs ein eigenes Studio hat und eigentlich auf weibliche Figurenbilder spezialisiert ist, ist mit einer Serie von drei Babybildern vertreten, die den Titel „Date of Birth“ trägt und das Wachsen und Werden thematisiert.

Von Bert Rademacher aus Berlin, der in einer betreuten Wohngemeinschaft lebt und schon seit vielen Jahren bei Ausstellungen des Sonnenuhr – Ateliers dabei ist, sieht man das Diptychon. „Zwei farbige Menschen“, das an afrikanische Stammkunst erinnert. In einer ähnlichen Richtung weisen die sexuellen obsessiven  Acrly- Tusche – Arbeiten des Rotterdammers Hein Dingemanns , die muskelbepakckte, am ganzen Körper tätowierte Schwarze mit Riesen – Phallus in einer comicartigen Szenerie zeigen.
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Andere Werke, etwa ein großformatiges Tiergemälde des Münchners Thomas Schlimm, das in seinem knolligen Figurenstil an Dubuffet erinnert, zeigen auf, wie eng die “ Outsider – Art“  mit der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft ist. Stark sind auch die Bilder der Berlinerin Suzy V, die inhaltlich bitterböse, aber malerisch exquisite, eine ganze Reihe christkatholischer Würdenträger, darunter Papst Johannes Paul II., mit Hühnerkopf darstellen. So wie in diesem Fall entfalten auch viele andere Arbeiten rätselhafte, mitunter bizzar anmutende Bildwelten in denen sich persönliche Mythologien ausdrückt.
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Kunst vom Rande

Rheinpfalz Mai 2008
Ausstellung in der „Lebenshilfe“ zeigt Arbeiten der „Malwerkstatt“ und befreundeter Künstler

Das vielleicht spannendste Exponat dieser Ausstellung ist ein Film: Ein Dreiviertel Jahr lang hat die Mannheimer Filmemacherin Tamara Pitzer die „Malwerkstatt“ der Bad Dürkheimer „Lebenshilfe“ , die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern kann, mit der Kamera begleitet und daraus einen
20- minütigen Dokumentarfilm komprimiert. “ Kunst vom Rande“ heißt der Streifen, der in der aktuellen Ausstellung „Bilder für eure Hütten“ zu sehen ist und mehr als alle Worte (oder stehenden Bilder) begreiflich macht worum es bei diesem nun schon eine Dekade währenden Kunst – Projekt eigentlich geht.
Die  Ausstellung selbst zeigt insgesamt über 100 Arbeiten – und zwar auch solche von behinderten, aber auch nicht behinderten Künstlern. Vielleicht sollte man die Besichtigung dabei einmal ausnahmsweise von hinten beginnen. Weit authentischer als die Galerie- Athmosphäre der Alten Turnhalle, die den ersten Teil markiert, ist nämlich das Ambiente im ehemaligen Wohntrakt im so genannten Jan – Daniel – Georgens Haus, wo der zweite Teil der Schau zu sehen ist. Die einzelnen Zimmer des Gebäudes, das demnächst umgebaut wird, tragen noch die Namenschilder der einstigen Bewohner. Die Räume selbst zeigen noch deren Lebensspuren, sind aber nun in kleine Kunstkabinette  verwandelt. Besonders schön ist ein Zimmer, indem zahllose Bilder von Annette Ohlinger, einer der „Malwerkstatt – Teilnehmerin, wild auf dem Boden verstreut sind.

Neben den Arbeiten aus der „Malwerkstatt“ zeigt die Schau Werke zahlreicher Profikünstler aus der Region, vor allem aus Mannheim. Hans Reffert zum Beispiel , bekannt eher als Musiker („Guru Guru“) zeigt seine comicartigen Mischtechniken, die Fotografin Marlis Jonas aus Ludwigshafen ist mit Aufnahmen con Passanten auf Parkbänken vertreten, Konstantin Voit, bekannt für seine ironischen Schablonenbilder, hat gleich eine ganze Wand in Beschlag genommen. Die Arbeiten der „Malwerkstättler“ sind dem gegenüber viel unmittelbarer, vielleicht kindlicher. Die Filzstiftarbeiten von Mathias Nagel oder Paula Degenhard zum Beispiel nehmen durch ihre naive Frische für sich ein. Wie direkt der künstlerische Zugriff der Behinderten auf die Welt ist, zeigen auch die Arbeiten von Klaus Fräde: Fenster 1- III heißt seine Mini – Serie. Es sind stark abstrahiert, die Fenster der Alten Turnhalle, wo sich die „Malwerkstatt“ zum Arbeiten trifft. Dass allerdings auch Behinderte Spaß an der Inszenierung haben können, zeugen die Bilder des Karlsruher Fotografen Peter Empl, der die „Malwerkstattkünstler einen Tag lang zur Foto – Session geladen hatte. Wie selbstverständlich sie dabei etwa das Verfremdungs mittel einer roten Perücke einsetzen, spricht für das ganze Projekt.
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Selbstbewusst „verrückte Kunst“

Ausstellung bei Lebenshilfe Bad Dürkheim zeigt Arbeiten geistig Behinderter – Mehr als Therapie

Sie tragen provozierende Titel wie „Augenkitzel“, “ Wahnsinnsbilder“ und “ Völlig irre“. Die seit 1998 laufenden Ausstellungen der Dürkheimer Lebenshilfe belegen eine reke künstlerische Aktivität der dortigen Malwerkstatt. Seit gestern reiht sich an die vorausgegangenen Bilderschauen die Ausstellung „Verrückte Kunst!“, bei der aus Anlass des
40jährigen Bestehen der „Lebenshilfe Bad Dürkheim“ rund 100 Arbeiten aus dem In – und Ausland präsentiert werden. Geistig behinderte Künstler und Künstlergruppen aus Deutschland und den Niederlanden zeigen Malerei und Zeichnungen.
Auf dem Gebiet künstlerischer Betätigung hat sich für behinderte Menschen in den vergangenen Jahren einiges getan. Tanz – und Theaterensembles sowie Galerien, in denen ausschließlich Arbeiten Behinderter vertreten sind, belegen diese Entwicklung dabei geht es nicht um Kunst als Therapie, wie Wolfgang Sautermeister, Leiter der Dürkheimer Malwerkstatt und freischaffender Künstler, betont. Künstlerisches Tun solle zum einen Freiraum und die Möglichkeit der Selbstbestimmung und Selbsterfahrung bieten, zum anderen gehe es um die Qualität der Exponate.
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Viel schlummerndes Potenzial geweckt
Rheinpfalz Mai/ 06

Die Selbständigkeit des Einzelnen ist für mich aber ein ganz wichtiger Ansatz, ergänzt Sautermeister. Es kommt vor allen Dingen darauf an, dass die Behinderten sich malerisch äußern können, bekräftigt der Mann, der selbst in Büro für Kunst in Mannheim betreibt, wenn er nicht gerade das Atelier in der Kurstadt betreut.

Ganz wichtig scheint ihm auch der qualitative Anspruch an die fertigen Bilder. Natürlich ist nicht jeder Mensch mit Behinderung der malt, gleich ein Künstler, genauso wenig wie das bei Menschen ohne Behinderung der Fall ist. Aber auch hier gibt es Talente und einige sind im Laufe de Jahres gewachsen und konnten ihr künstlerisches Potenzial offen legen, so Sautermeister.

So verwundert es dann auch nicht, dass sich die Werke der „Lebenshilfe“ – Künstler, professionell gerahmt, bei Ausstellungen gut verkaufen lassen. Die Bilder können durchaus konkurrieren und werden sicher nicht nur aus einem Impuls des sozialen Helfenwollens gekauft, ist sich Sautermeister sicher. Und dass der Verkauf eines Bildes dass Selbstbewusstsein des jeweiligen Künstlers erheblich steigert, ist bei Menschen mit Behinderung sicher noch von größerer Bedeutung als im „Normalfall“.
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Wellen, Spannungen, Reibungen


Rheinpfalz 05/ 10

Die Lebenshilfe Bad Dürkheim und die Mannheimer Kunstakademie zeigen Arbeiten behinderter und nicht behinderter Künstler
BAD DÜRKHEIM. Nicht nur harmonische Wellen auch spannende Reibungsflächen sind inbegriffen, wenn eine Ausstellung den Titel „Schwingungen“ trägt. Die Malwerkstatt der Lebenshilfe Bad Dürkheim und die Frei Kunstakademie Mannheim präsentieren seit Samstag Zeichnungen, Gemälde und Collagen behinderter und nicht behinderter Künstler –als gemeinsame Schau von Schwingungen vielfältiger Art.

Mit regelmäßigen Ausstellungen macht die Malwerkstatt der Lebenshilfe Bad Dürkheim ihre Arbeit für Besucher zugänglich. Als einladende Galerie dient die bemerkenswerte Architektur der Alten Turnhalle, deren bauliche Bedeutung Manfred Geis, Kulturausschussvorsitzender im rheinland – pfälzischen Landtag, bei der diesjährigen Eröffnung zu Recht hervorhob.

Bereits 11 Jahre ist die Malwerkstatt nun künstlerisch aktiv. Erstmals verbindet der künstlerische Leiter Wolfgang Sautermeister die Arbeiten geistig behinderter mit denen „normaler“ Künstler – jedoch ohne sie unter diesem Aspekt kenntlich zu machen. Denn eine solche Unterscheidung würde abgrenzen und Beziehungen und Austausch erschweren. So aber ergaben sich für den Besucher interessante Effekte, ertappt er sich doch mehrfach bei der Frage, welche Art von Künstler hinter dem betrachteten Werk stehen mag. Hinsichtlich des schöpferischen Gehalts und der Ausdrucksstärke lässt sich jedenfalls schwerlich erkennen, ob ein Werk aus der Dürkheimer Werkstatt oder de Mannheimer Akademie stammt.

Der Titel “ Schwingungen“ hat indes noch einen anderen Aspekt: Zwar arbeiten Schaffende der Malwerkstatt kaum gezielt für die Blicke der Öffentlichkeit. Dennoch wird ihre Kunst zum wirksamen Mittel gegen Abschottung un Ausgrenzung. Mag sich der behinderte Künstler im Schaffensprozess in eine ganz eigene Welt zurückziehen, so verläuft seine Selbsterfahrung doch im Rahmen gemeinschaftlicher Arbeit innerhalb der Lebenshilfe. Zum Charakter von Schwingungen gehört ihr Entstehen durch ein gestörtes Gleichgewicht. Die Ausstellung wendet sich auch mit dem Anliegen an ihren Betrachter, aus eingefahrenen Sichtweisen herauszutreten und dabei Störungen zuzulassen, die von manchem Bild ausgehen könnten. Verstörend etwa wirken die Fotografien von Georg Jiri Platzer, der unter dem Titel „Selbst“ mehrere brutal eingeschnürte Köpfe abbildet. Der Blick des Besuchers wird unweigerlich von dieser fesselnden Behinderung irritiert. Aber ebensolche Eindrücke und Erlebnisse können letztlich in Befreiung umschwingen.

Mittwoch, 29. April 2009 Rheinpfalz: PDF

Dienstag, 05. Mai 2009 Rheinpfalz: PDF

Die DVD „Kunst am Rande“ von Tamara Pitzer können Sie telefonisch bei Herrn Sautermeister oder Frau Wöckel bestellen.

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Ihr Ansprechpartner

Wolfgang Sautermeister
Künstlerische Leitung

Telefon: 0176 / 240-795-82
info@wolfgang-sautermeister.de

Malwerkstatt der
Lebenshilfe Bad Dürkheim e.V.
Dr. Kaufmannstraße 4
67098 Bad Dürkheim